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2. und 3. Juli 2021, 19:30 at KLIScope

Unter_boden ist ein 50-minütiger Tanzabend von SILK Fluegge, der sich in die Vergangenheit wie in die Zukunft bewegt. Unter der Choreografie von Silke Grabinger fühlt er der nach Australien geflüchteten österreichisch-jüdischen Choreografin Gertrud Bodenwieser und ihrem Stück Dämon Maschine aus dem Jahr 1923, das den Ausgang aus einem paradiesischen Zustand durch die Verwandlung einer Gruppe in eine Maschine zeigt, nach. Zugleich kann er allerdings nicht in der Vergangenheit verweilen – wenn er sie überhaupt erreicht. Bei der Beschäftigung mit den Themen Bodenwiesers stellt sich sofort die Frage: Wozu entwickelt sich Technik von der, ihr vor Augen stehenden, gewaltsamen Maschinerie weiter? Wohin ist die Technik mit der Digitalisierung unterwegs? Ebenso hin und hergerissen ist dieser Tanzabend zwischen utopischen Potentialen und dystopischen Ausformungen, zwischen beschützendem Golem und unterdrückendem Dämon. Ist die Gewalt der Maschine in der Entwicklung hin zum Digitalen verschwunden? Oder ist ihr bloß das sichtbare Antlitz entwichen, hat die Gewalt sich auf einer immateriellen Ebene eingenistet und andere, gewaltlos scheinende Formen angenommen? Auch die Menschen befinden sich, wie diese Performance, im Spannungsfeld der Zeiten, des Hoffnungsvollen und des Schreckenerregenden, der gewaltvollen Maschinen und der umsorgenden – oder doch umgarnenden? – Programme. Doch vielleicht gelingt es, in einer Weise an diesen Fäden zu ziehen, dass ein Blick unter den Boden selbst möglich wird – der Boden, der menschliche Artefakte in das Licht der Utopie rückt oder in die Finsternis der Dystopie stürzt.

Unter_boden is a 50-minute dance piece created by SILK Fluegge. It moves in both the past and the present. Choreographed by Silke Grabinger, the piece reaches for Austrian-Jewish Choreographer Gertrud Bodenwieser, who fled to Australia, and explores her piece Demon Machine from 1923. Demon Machine deals with the end of a paradisaic state through a group’s metamorphosis into a machine. At the same time, Unter_boden cannot linger in the past – if the past is even reached. When dealing with Bodenwieser’s themes, one question arises: what is technology, once a violent machinery, becoming? What is happening through digitalisation? This evening is also torn between utopian potential and dystopian expressions, between the protecting golem and suppressing demon. Has the violent machine disappeared in the face of digitalisation? Has only the visible face escaped, has violence settled down on an immaterial level? Has it taken seemingly non-violent forms? Just like this performance, we humans are also living in this tension between the past and present, between hope and dread, between violent machines and caring – or ensnaring? – programs. But perhaps we will succeed in pulling the threads and look beyond the ground itself. A ground that either moves human artifacts into utopian light or knocks them into dystopian darkness.

Dauer: ca. 50min
Konzept/Idee/Choreografie: Silke Grabinger
Performance: Elias Choi-Buttinger, Gergely Dudás, Emil Felhofer, Silke Grabinger, Tomy Lee Kneringer, Kirin Alejandro España Orozco
Produktionsmanagement: Olga Swietlicka, Martina Sochor
Produktionsteam: Sandra Eidenberger, Adelina-Maria Nita
Choreografische Beratung: Gergely Dudás
Dramaturgische Beratung: Ludwig Felhofer, Frans Poelstra
Interpretation am Klavier von Lisa Maria Mayer, Claude Debussy, Max Reger, Wolfgang Amadeus Mozart: Paul Gulda
Musik von: Fabian Rucker, Jens Kuross, Cardi B, M|O|O|N
Kostüm: Bianca Fladerer
Lichtdesign: Jakob Wiesmayer
Foto & Video: Martina Sochor

Thanks to: Amir Baxtan